Stoffspielerei Folklore: Rüschen etwas anders interpretiert (Kopie)

Im vergangenen Jahr zeigte ich auf meinem anderen, ersten Blog etwas zu einem textilen Experiment mit Rüschen. Den Stoffhörnchen-Blog hatte ich gedacht, um über von mir genähte Kinderkleidung zu schreiben. Mittlerweile hat dieses Anliegen in dieser Form irgendwie eine niedrigere Priorität bekommen und ich werde den Stoffhörnchen-Blog beenden. Mein Rüschen-Beitrag will ich jedoch erhalten und deshalb kopiere ich ihn hierher. Wie ich Kommentare übertrage weiß ich nicht, deshalb vorerst ohne.

Stoffspielerei Folklore: Rüschen etwas anders interpretiert

Als ich das Stichwort Folklore in der Stoffspielerei bei nahtzugabe-blogspot.de las, fiel mir das Buch Trachten ein, von dem ich unlängst gelesen habe. Mit Trachten verbinde ich den Gedanken an besondere Rüschen. Und mit denen habe ich vor einiger Zeit experimentiert. Über zwei dieser Experimente möchte ich hier berichten.

Das Wort Rüschen lässt vor dem geistigen Auge meist die mit einfachen, geradlinigen Stichen gekräuselten Stoffbänder erscheinen. Jedoch gibt es schier unendliche Möglichkeiten Stoffbänder zu reihen, raffen und falten. Da gibt es die Herzrüsche, Froschgoschrl, Wellenrüschen, Rosmarinrüsche und noch mehr. Das Buch Rüschen herausgegeben von der Trachtenkulturberatung Bezirk Schwaben und vom Trachteninformationszentrum Oberbayern ist das umfänglichste was ich dazu bisher entdecken konnte. 31 Abschnitte des Buches stellen die unterschiedlichsten Rüschen vor, die z.T. noch weiter unterteilt sind.

Bei meinem Rüschen-Experiment bin noch einen Schritt weiter gegangen und habe ausprobiert, ob man Rüschentechniken auch zum Raffen von Stoffbahnen z.B. für Rockteile an Mädchenkleidern anwenden kann.

Geeignet erschien mir die Wellenrüsche. Hier ein kleines Anschauungsbeispiel:

wellenrc3bcsche1a_484pxwellenrc3bcsche1b_484px

Für eine Tunika raffte ich nun die Stoffoberkante wie eine Wellenrüsche. So ist es mir gelungen:

zwaves628pxUnd die Tunika sieht damit so aus:

z628px_tunika_wellen_hgDie Verwendung von Jersey als Material war in meinem Fall recht unproblematisch bzw. fand ich die Elastizität des Jersey meinem Vorhaben eher dienlich, da sich der Stoff schön rund in die Wellen legte.

Zu einem weiteren Rüschen-Experiment inspirierte mich eine Skizze im Buch The Art of Manipulating Fabric von Colette Wolf. Wird auf einem Stoffband der Reihfaden in einem langgezogenen Bogen gearbeitet, lässt die Raffung eine Art halbes Blattmotiv entstehen. Bei der Suche nach einem geeignetem Material für die „Blätter“ kam mir die Idee, breites Ripsband zu verwenden. Mit Ripsband müsste ich den Stoff nicht doppeln und hätte eine schöne Außenkante.

blattrc3bcsche1a_484pxzblattrc3bcsche1b_484pxzblattrc3bcsche1c_484pxDie Idee des Blattmotivs verarbeitete ich an einem Shirt:

zshirtblattrueschezblattrc3bcscheNachteilig bei der Verwendung von Ripsband erwies sich, dass ich die „Blätter“ mit der Overlock-Maschine eingenäht und so das Ripsband längs abgeschnitten habe. Dadurch fehlt nun die Halt gebende Webkante des Ripsbandes und das „Blatt“ löst sich etwas auf.

zblatt3Wenn ich Zeit finde probiere ich aus, ob ich das Ripsband auch unverletzt als Blatt einarbeiten kann. Und auch noch einige der vielen Rüschenarten möchte ich ausprobieren.

 


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