Dinge des Alltags: Handtuchkanten

Dieses Jahr mache ich einfach mal beim herbstlichen Handarbeitsbingo von 60GradNord ein bißchen mit. Einige der Felder kann ich erfüllen, da das eine oder andere gerade sowieso „handgearbeitet“ wird/wurde :-) Und zusätzliche Anregungen werden gerne aufgenommen: Manchmal helfen sie bei der Priorisierung auf der nicht-enden-wollenden „Das will ich unbedingt auch mal machen“-Liste! Es wird zwar nicht jedes Feld des Herbstbingos einen eigenen Blogbeitrag bekommen – zu dem folgenden Thema wollte ich schon seit längerem etwas schreiben und deshalb nutze ich die Gelegenheit.

Eine meiner regelmäßigeren Nähereien für die „Dinge des Alltags“ ist das Einfassen der Handtuchkanten, die durch den Trockner in Mitleidenschaft gezogen wurden. Begonnen hatte ich damit kurz bevor Corona über uns hereinbrach. Damals nutzte ich fürs Einfassen fertiges Schrägband. Selbiges war während der Zeit des Alltagsmasken-Nähens jedoch schier unmöglich aufzutreiben und sollte auch seinem besonderen Zweck nicht abspenstig gemacht werden. Deshalb schnitt ich aus vorhandenen bunten Stoffresten selbst Schrägband zu. Und weil ich es mittlerweile morgens im Bad so nett anzuschauen finde, werden auch weiterhin zu reparierende Handtücher mit solch selbstgemachtem Schrägband eingefasst.

Eine kleine Sammlung eingefasster Handtuchkanten

Zugegeben es braucht schon seine Zeit, aber bisher machen sich die eingefassten Kanten bei 60°C gewaschen und im Trockner getrocknet ausnahmslos gut – noch keines zeigt Schäden mechanischer Überbeanspruchung. Die Farben sind auch recht schön geblieben, obwohl die verwendeten bedruckten Baumwollstoffe ursprünglich mit der Waschempfehlung 30°C versehen waren.

Für das Herbst-Handarbeitsbingo-Feld „etwas kürbisfarbenes machen“ habe ich mir zwei orangefarbene Handtücher aus dem ToDo-Stapel geschnappt und ihnen endlich die dringend notwendige Aufhübschung zukommen lassen. Zusammen mit dem schon vorhandenen, etwas im Hintergrund liegenden habe ich jetzt 3 fröhlich-farbige Handtücher mit schön eingefassten Kanten :-)

Fröhlich orange-farben eingefasste Handtuchkanten

Für das Einfassen mit Schrägband gibt es verschiedene Methoden – Bei den Handtüchern nähe ich alle Nähte mit der Maschine und steppe als letzte Naht die Schrägbandrückseite im Nahtschatten der Vorderseite fest. Dadurch hat man nur auf der Rückseite eine deutlich sichtbare Naht und die Vorderseite bleibt bei geduldigem Nähen ;-) fast naht-sicht-frei.

Ich habe (mir) im Folgenden mal aufgeschrieben, wie ich es mache. Der erste Schritt: Stoff zum Einfassen und Zerschneiden auswählen.

„Happy go lucky“ von Free Spirit – ursprünglich gekauft für ein ganz anderes aber nicht umgesetztes Nähprojekt

Das Gute an selbst geschnittenem Schrägband ist neben Farb- und Motivwahl die variable Wahl der Breite. Da die Handtücher etwas dicker sind, habe ich den Stoff schräg zum Fadenlauf in 4,5cm breite Streifen geschnitten. Die Schnittkanten laufen wiederum schräg zur Bandkante, damit die Anstoßstellen der zusammengenähten Bandstücke nicht in zu vielen Lagen an einer Stelle der eingefassten Kante aufeinandertreffen.

Im 45° Winkel zugeschnittenes Schrägband

Achtung, hier die unansehnlichen Kanten vor dem Einfassen. Sehr feste oder recht dicke Kanten schneide ich vor dem Einfassen ab (z.B. die Kanten auf dem rechten Bild).

Ich steppe zuerst das Schrägband mit 1cm Abstand zur Kante auf die Vorderseite des einzufassenden Stoffes. Das Handtuch hier hat zwei schöne Seiten, deshalb ist es nicht ganz so deutlich, aber wenn es denn Unterschiede geben würde, dann wäre es die Vorderseite.

Erste Naht – Schrägband rechts auf rechts auf die Vorderseite steppen

Dann lege ich das Handtuch mit der Rückseite oben vor mich hin und falte Stück für Stück das Band um.

Das Band zum Einschlagen nach außen legen
Die Außenkante des Bandes bis zur Handtuchkante falten
Die gefaltete Bandkante umschlagen
Und nun von der Vorderseite aus die gefaltete Rückseite des Bandes im Nahtschatten feststecken, so dass …
die Stecknadeln auf der Rückseite das Band knappkantig mitfassen.

Die so im Nahtschatten platzierten Stecknadeln markieren, wo die zweite Naht zur Befestigung genäht werden wird. Die 4 Ecken forme und stecke ich am Schluss fest und zwar so:

Für die Ecken forme ich das gefaltete Band so, dass es etwas nach oben absteht …
dann lege ich es so um, dass sich eine schöne Ecke bildet …
und stecke die Ecke so fest, dass die Stecknadel die Schrägbandkanten beider Ränder festhält

Alles Festgesteckte zu bügeln ist ganz hilfreich, damit der kappkantig festgehaltene Stoff beim Nähen nicht doch zur Seite rutscht.

Die genähte Rückseite mit Ecke

Die Ecken auf der Rückseite werden mal mehr oder weniger schön. Wichtig ist mir, dass alles hält – eine akkurat getroffene Ecke ist mir bei den Handtüchern eher zweitrangig.

Und von vorn sieht man von der Naht … nichts :-)

Vorderseite des angenähten Schrägbandes

Hier noch einmal fast alle Kanten des Handtuchs in der Gesamtschau ;-)

Die eingefassten Kanten

Nun, ist vielleicht ein bisschen speziell so viel Aufwand in die Handtücher zu stecken, aber ich finde wenn dann soll die Funktion einer Textilie doch eher erhalten werden und bin recht zufrieden damit. Und ich verlinke diesen Beitrag auch gleich noch bei Valomeas „Reparieren von 12 bis 12“ wo ich schon länger mal etwas mit beisteuern wollte :-)

Bis bald!

5 Kommentare zu „Dinge des Alltags: Handtuchkanten

  1. Das gefällt mir ja sowas von gut! Hier gibt es zwar keinen Trockner, aber trotzdem franst manchmal eine Handtuchkante aus. Da habe ich auch schon mit Schrägband (oder auch geraden Streifen) neu eingefasst. Wenn das Handtuch nicht rund ist, gehen gerade Streifen genauso gut.
    Danke für’s Verlinken. Du hast das auch so schön beschrieben, da ist Nachahmen ja wünschenswert.
    LG
    Elke

    Gefällt 1 Person

    1. Danke! :-) Ich finde die schräge Variante wegen der Verarbeitung der Ecken ganz praktisch – obwohl ich gerade geschnittenes Band ehrlich gesagt noch gar nicht für diese Bedingung ausgetestet habe. Liebe Grüße!

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