Leinenkleid mit abgewinkelten Teilungsnähten – MMM Juli 2020

Zum heutigen MeMadeMittwoch im Juli zeige ich Euch mein neues blaues Kleid mit spitz abgewinkelten Teilungsnähten und Raglanärmeln etwas genauer.

Zuerst meine Kleid-Idee. Ähnlich wie das Jeanskleid mit Raglanärmeln, das ich im vorigen Jahr genäht und gezeigt habe, mit etwas anders geführten Teilungsnähten.

Skizze meines Kleides: Raglanärmel dreiviertel lang,
Teilungsnähte spitz zur Seite abgewinkelt,
kniebedeckend italienische Länge

In der Realität ist das Kleid weniger tailliert als die Skizze andeutet, aber es ist auch nicht so gerade geschnitten wie der Eindruck auf dem Foto vermuten lassen könnte.

Mein blaues Leinenkleid auf einem Kleiderbügel

Die Vorderansicht ist schlicht ohne zu viel preiszugeben ;-) Auf Taillierung im Vorderteil habe ich verzichtet. Die Teilungsnaht nimmt hauptsächlich den Brustabnäher auf. Ich habe den Halsausschnitt so eng gemacht, dass ich das Kleid ohne Reißverschluss gerade noch über den Kopf anziehen kann.

Mir gefällt der tendenziell enge Ausschnitt so sehr gut. Viele Kaufschnitte in großen Größen – im Moment „passen“ mir ältere Ottobre-Kleider in Größe 48 – haben einen so weiten Halsausschnitt, dass darunter getragene Kleidungsstücke sichtbar werden, was ich immer extrem unpraktisch fand.

Eine Besonderheit dieses Kleides ist, dass ich mich getraut habe, die Mittelnaht im Rücken gerade zu stellen und auf formende Abnäher im Rücken zu verzichten. Ich bin froh, dass der Stoff trotzdem so gut fällt.

Rückenansicht meines blauen Leinenkleides
hintere Mitte gerade gestellt, im Stoffbruch zugeschnitten,
keine Rückenabnäher, nur leicht an der Seite tailliert

Da ich nach vielen Jahren des Nähens die ewig umklappenden Belege echt leid bin – auch wenn sie sich an den Teilungs- und Raglannähten recht gut fixieren lassen, bleiben sie irgendwie nie so ganz da wo sie sollen – habe ich bei diesem Kleid am Ausschnitt eine andere Versäuberung ausprobiert. Am Halsausschnitt habe ich einen Schrägstreifen aus Futterstoff etwas gestaucht gegengenäht, die Nahtzugabe auf 5mm zurückgeschnitten, den Futterstoffstreifen auf ca. 1cm eingeschlagen und mit der Hand angenäht. Funktioniert super bisher!

Der einzige Wermutstropfen ist, dass das Leinen doch nicht sooo gut die sommerlichen Temperaturen abfedert. Ich dachte, es sei sonst immer das Acetat-Futter gewesen, dass die Sommerfunktion meiner Leinenkleider eingeschränkt hat und habe deshalb dieses Mal auf ein Futter verzichtet. Leider kann ich die dreiviertellangen Ärmel in der Sommersonne nicht so entspannt tragen wie ich es mir vorgestellt habe. Ich brauche noch eine Kurzarmversion. Irgendwie wird die ToDo-Liste meiner Nähprojekte nicht kürzer ….

Ich wünsche Euch einen schönen MeMadeMittwoch mit viel Inspiration und bin neugierig, welche schöne selbstgemachte Kleidung gezeigt wird!

15 Kommentare zu „Leinenkleid mit abgewinkelten Teilungsnähten – MMM Juli 2020

    1. Dankeschön! Ich hätte nicht gedacht, dass das Leinen zu dicht sei – ich habe schon andere Sommerkleider aus dieser Qualität genäht aber halt immer gefüttert. Ich probiere es mal mit kürzeren Ärmeln! Liebe Grüße!

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  1. Das Kleid – so wie auch der gesamte Blog- sind wirklich etwas ganz besonderes. Der Schnitt und der blaue Stoff passen ganz hervorragend zusammen und stehen dir ausgezeichnet! Grosse Klasse! Es inspiriert mich immer sehr, hier bei dir zu schmökern und ich bin schon gespannt auf den nächsten Beitrag. Lieben Gruß, Bettina

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    1. Dankeschön für Deinen netten Kommentar! Es freut mich, dass Du hier gerne liest und Du Inspirationen mitnehmen kannst. So schreibe ich den nächsten Beitrag gleich noch motivierter! Liebe Grüße!

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  2. Ein bisschen unlogisch ist es aber schon, eine aufwändige Teilungsnaht zu machen, wenn da keine Taillierung drin steckt. Sie ist nun nur Stilelement (oder auch Täuschung), die zu mehr Stoffverbrauch geführt hat. Insgesamt sitzt es aber sehr schön und ich bin immer dafür, lieber etwas mehr Stoff zu lassen. Die Ausschnittlösung mit dem Schrägband finde ich gut. Das Blau ist auch eine kleidsame Farbe, denke ich mal, für Brünette. Viel Freude an dem Kleid wünscht Regina

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    1. Danke für Deinen Kommentar, Regina. Auch wenn ich die gewählten negativen Bewertungen „unlogisch“ und „Täuschung“ hier sehr unpassend finde, lese ich es mal freundlich so, dass Du Dich fragst, warum ich diese aufwändige Teilungsnaht gemacht habe, obwohl ich keine Taillierung vorgenommen habe. Den hauptsächlichen Grund habe ich oben geschrieben, nämlich dass die Teilungsnaht den Brustabnäher aufnimmt. Nun könntest Du fragen, warum die Naht so lang geführt ist? Ich habe mich für die Teilungsnaht entschieden, weil ich keinen Abnäher nähen wollte. Der hätte bei meiner Figur einen nicht unbetrachtlichen Inhalt und eine Teilungsnaht kann diese Formung besser ausgleichen als ein Brustabnäher. Deshalb liegt aus meiner Sicht weder Unlogik noch Stoffverschwendung vor. Ich finde es netter, dass wenn einem etwas unklar ist oder etwas mit der eigenen Sichtweise kollidiert, dieses nicht als negativ absolute Bewertung sondern als Frage zu ausgedrückt wird. Viele Grüße!

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      1. Ausserdem finde ich es weiter unlogisch (tut mir leid, ich bin ein sachlicher Android), dass die Naht dann nicht bis zum Saum geführt ist. Bei diesem besteht die Gefahr, dass die Ecke buckelt. Manchmal sieht man schon solche Einsätze, wenn eine andere Farbe ins Spiel kommt… Bloggen und vor allem Kommentieren ist so sinnlos…

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        1. Dieser Kommentar hat mich in mehrerer Hinsicht irritiert. Ich habe mich entschlossen, diesen doch freizuschalten. Nachdem ich mich lange schwer getan habe, geeignete Worte einer Antwort zu finden, fiel mir nun auf, das es ganz einfach ist.

          Der Kommentar ist eine Meinung. Ich sehe das anders und habe andere Erfahrungen gemacht. Mir gefällt mein Kleid, ein anderes nähe ich vielleicht anders. Jedes ist gut so wie es ist.

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Ich bin neugierig auf Deinen Kommentar :-) Bitte hab Verständnis, dass ich Kommentare zuerst lese und dann freischalte. Danke!

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