Über die vielfältigen Parameter des Schablonendrucks – Teil 2

Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, mir und Euch weitere der vielen Dinge aufzuschreiben, über die ich mir in diesem Projekt Gedanken gemacht habe. Nach meinen Überlegungen zu Schablonenmaterial, dem Werkzeug für den Farbauftrag und der Farbe aus Teil 1 schreibe ich jetzt zu meiner Auswahl von Motiv, Muster und Stoff.

Motiv

Als Motiv für meinen Schablonendruck wollte ich ein florales oder Blättermotiv wählen. Das Interessante am Schablonendruck ist meiner Meinung, dass die Drucktechnik eine starke Abstraktion vom realen Bild erzwingt.

Ich erwog als Motiv sich spiralförmig windende Blätter, hängende Blütenstände, ganz einfach Palmenwedel und

entschied mich letztendlich für die verzweigten Blätter des Himmelsbambus.

Stoff

Für den Schablonendruck sollten im Rahmen der Frühlingspost 2020 Webstoffe verwendet werden. Um ggf. leere Flächen am Ende optisch interessant erscheinen zu lassen, habe ich mir gedacht, dass ein Stoff mit unregelmäßiger Farbgebung oder leichter Struktur als Grundlage gut geeignet sei.

Gerne hätte ich Stoff gebatikt, doch Stoffe zu färben mache ich am liebsten im Sommer draußen. Hätte ich gewusst, dass so schönes Wetter in der Vorbereitungszeit sein würde, hätte ich vielleicht anders entschieden. Auch um eventuelle Unsicherheiten in der Farbe auszuschließen, habe ich dann doch einen fertig gefärbten Stoff gewählt. In meinem Vorrat hatte ich einen lindgrünen Leinenstoff, der jedoch nur 5 Stoffstücke der gewünschten Größe hergab. Deshalb machte ich mich auf die Suche nach einem ergänzenden Stoff.

Ein Leinenstoff mit etwas unregelmäßig strukturierter Oberfläche erschien mir schön – erwies sich jedoch als ungeeignet, als da die Farbe beim Schablonieren ab und an unter die Motivkante lief und so die Umsetzung meiner Vorstellung scharfer Kanten unmöglich machte.

Die Unregelmäßigkeiten ließen sich auch nicht wegbügeln :-( Wahrscheinlich ist das eher ein leichtes Crinkle-Leinen, bei dem die Struktur irgendwie hineingepresst worden ist? Nun denn, der nicht ganz optimale Druck findet jetzt seine Bestimmung als Küchentuch :-)

Für die Frühlingspost habe ich glücklicherweise noch ein Leinen identischer Qualität wie die meines vorrätigen gefunden. Mit etwas unregelmäßiger Fadendicke, aber die Oberfläche viel glatter.

Muster

Die Musterung war ein weiterer spannender Aspekt. Zuerst habe ich mir überlegt, was man wohl aus dem gedruckten Stoff machen/nähen kann. Ich bin davon ausgegangen, dass vielleicht ein Bucheinband entstehen kann, ein Täschchen oder ein Kissen genäht wird oder vielleicht der Stoff für ein Patchwork eingesetzt wird. In jedem dieser Fälle würde nur ein Teil des bedruckten Stoffstücks zum Einsatz kommen. Deshalb habe ich mir gedacht, dass es bei einer kleinteiligen Verwendungsidee es gut sei, den Stoff flächig eher dicht zu bedrucken, damit auch kleinere Teile des gedruckten Stoffstückes noch ausreichend Motive haben.

Beim Nachdenken über meinen Beitrag zum Mustermittwoch habe ich gelernt, dass Mustern eine gewisse Regelmäßigkeit innewohnt. Da ich bisher eher Einzelmotive schabloniert hatte, wollte ich einen etwas mehr analytischen Ansatz, um zu einem regelmäßigen Muster zu gelangen. Ich freute mich sehr, als ich das Buch „Muster im Rapport“ von Paul Jackson entdeckte. Ich habe einiges ausprobiert und mit folgenden Mustern weitergearbeitet:

einer linearen Reihung mit Überlappung und asymmetrischer Spiegelung, wobei ich das Maß für Überlappung und Spiegelung ausprobierte, um die Überdeckung zu optimieren.

einer Parkettierung von Sechsecken, wobei ich herausgefunden habe, dass eine sechseckige Schablone mit langer Diagonale 16 cm und kurzer Diagonale 14 cm recht gut eine Fläche von 50x70cm ausfüllt :-)

einer Parkettierung von Rechtecken mit Versatz

Diese dritte Variante fand ich am spannendsten. Leider hat mich der letztendliche Druck nicht überzeugt. Es entstehen einige freie Flächen, für die mir keine mich überzeugenden Ideen des Ausfüllens eingefallen sind :-( Deshalb druckte ich für die Frühlingspost die erste Variante zweifach.

Da die Menge an Informationen in diesem Blogpost jetzt nun doch schon eine kritische Mengengrenze erreicht haben könnte, überrasche ich Euch mit den fertigen Drucken der Frühlingspost2020 in einem Teil 3, meinem Ergebnis :-)

3 Kommentare zu „Über die vielfältigen Parameter des Schablonendrucks – Teil 2

  1. Meine Gute das ist ja eine Doktorarbeit! Ich bin hin und weg und freue mich, wie analytisch du die Sache angegangen bist. Ich bin so anders… das erwähnte Buch habe ich auch, aber ich bekomme Kopfschmerzen, wenn ich hineinsehe, so kann ich nie entwerfen. Es läuft bei mir viel intuitiver.
    Aber ganz toll, was daraus geworden ist.
    Liebe Grüße
    Michaela

    Gefällt 1 Person

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