Über die vielfältigen Parameter des Schablonendrucks – Teil 1

Es ist Frühling, Zeit des Wachstums. Also nehme ich die Herausforderung an und wachse – an meinen selbst ausgesuchten Aufgaben. Die besondere Aufgabe dieses Frühlings ist Schablonendruck auf Stoff für die Frühlingspost von Post.Kunst.Werk :-) ! Als Teilnehmerin entwerfe ich eine Schablone und drucke für 6 andere Teilnehmerinnen und mich je ein 50 x 70 cm großes Stück Stoff. Für mich ist das in Summe eine ganz schön große Stofffläche. Ich denke mit entsprechender Übung wird sich das relativieren – in den letzten Tagen habe ich ganz viel ausprobiert und sehe mich auf gutem Weg zu schönen Stoffen.

Vor der Frühlingspost2020 habe ich entweder gekaufte Schablonen verwendet, Schablonen nach gekauften Mustern angepasst und geschnitten, für Karnevalskostüme Schablonen mehr oder weniger nach einer Vorlage gefertigt und einige geometrische Einzelmotivschablonen entworfen. Es gab immer eine ganz konkrete Näh-Idee, für die ich mein Schablonenmotiv ausgesucht und gemacht habe. Nun für andere einen Stoff zu mustern ist eine neue, besondere Herausforderung bei der die Verwendung des gedruckten Stoffes ganz unbekannt ist.

Zudem sind aus meiner Sicht die technischen Details des Schablonendrucks für 7 x 50x70cm Stoff nicht zu verachten. Wenn man das erste Mal soviel Stoff bedruckt, dann kommen möglicherweise Aspekte zum Tragen, die bei kleineren Projekten gar nicht aufgefallen sind. Vielleicht sind die Erkenntnisse meines autodidaktischen Schablonendruck-Lernprozesses für die eine oder andere interessant, deshalb teile ich diese hier und in der Linkliste der Frühlingspost mit Euch.

Schablonenmaterial

Meine bisherigen Schablonen habe ich mit entweder aus Overhead-Folie oder Heißsiegelpapier mit der Hand geschnitten.

Das Heißsiegelpapier habe ich als aufbügelbares Schnittmusterpapier kennengelernt. Es funktioniert im Prinzip wie Freezer-Papier. Ich habe davon eine ganze Rolle und finde daran gut, dass die Motivgröße nicht auf A4 beschränkt ist. Ich denke nun aber, dass es eher nicht für großzahliges Auflegen geeignet ist. Erstes muss ich es jedes Mal aufbügeln und dann warten bis es halbwegs getrocknet ist, vorsichtig abziehen, warten bis es ganz getrocknet ist und dann wieder aufbügeln. Je nach Motivgröße verlangsamt das den ganzen Druckprozess erheblich. Ich hatte schon überlegt, dass ich eine 50x70cm große Papierschablone schneide und dann aufbügele – aber auch das hätte 7x funktionieren müssen, die Probedrucke und Motivtests nicht mitgerechnet.

Gut, dass ich Steinpapier erwähnt fand. Das habe ich ausprobiert und es hat die Effizienz meines Frühlingspost-Drucks mega gerettet. Es lässt sich gut mit der Hand schneiden. Es hat eine angenehme Schwere, die es auf dem Stoff aufliegen lässt. Und man kann es sogar abwaschen. Allerdings bleibt es vollkommen unbeeindruckt von Fix-It Haftspray, das ich für eine diffizile Stelle zur Hilfe nehmen wollte. Aber es war / ist sehr angenehm damit während des ganzen Ausprobierens und Austestens zu arbeiten. Also habe ich die diffizile Stelle einfach im Design geändert und eine neue Schablone geschnitten.

Overhead-Folie ist mein Back-up. Falls im Laufe des großflächigen und mehrzähligen Druckes das Steinpapier doch nicht wie von mir gedacht performt, werde ich darauf zurückgreifen.

Werkzeug für den Farbauftrag

Bisher habe ich mit Schwämmchenpinsel gearbeitet. Das war zum Beispiel für Schablonendrucke meiner AlabamaChanin-inspirierten, reversen Applikationen immer ausreichend und zielführend. Dabei habe ich nur die Motivränder getupft – das Innere wird ja sowieso ausgeschnitten. Für einen ersten Test auf der größeren Fläche hatte ich mir ein Schwämmchen zurecht geschnitten. Der erste Farbauftrag mit Schwämmchen hat so lange gedauert, dass die Farbe schon am Schaumstoff zu kleben begann.

Bei einem nächsten Test rollte ich die Farbe wie von den Schablonendruck-Tipps nach Müllerin Art empfohlen mit einer Farb-Schaumstoffrolle und bin jetzt davon überzeugt. Aus meiner Sicht bringt die Rolle neben schönen sauberen Kanten und einer sehr praktischen etwas größeren Andruckfläche ganz klar einen Effizienzvorteil gegenüber einem Schwämmchen durch die Geschwindigkeit des Farbauftrags (Auch wenn sich in der Rolle wahrscheinlich erst einmal mehr Farbe aufsaugt als in einem Schwämmchen).

Farbe

Als Farben habe ich Deka permanent Stoffmalfarbe, KREUL Javana Stoffmalfarbe für helle Stoffe und Marabu Opak ausprobiert. Ich denke, ich werde aus Gründen der verfügbaren Farbtöne auf Javana und Deka zurückgreifen, die bei meinen bisherigen Probedrucken recht gut performt haben. Zuerst war ich über die angebotenen Mengen pro Flasche etwas erstaunt, aber ich denke wenn man alle Stoffstücke in einer Farbe druckt, benötigt man mindestens 125 ml. Was sind da Eure Erfahrungen?

Ein 50ml Glas habe ich jedenfalls schon verarbeitet. Ein 25 ml Glas war quasi sofort leer. Nun brauche ich Nachschub ;-)

Über meine Motivwahl, Überlegungen zur Motivgröße und verschiedene Motivanordnungen schreibe ich wenn meine Frühlingspost verschickt und angekommen ist – es soll ja eine Überraschung sein!

12 Kommentare zu „Über die vielfältigen Parameter des Schablonendrucks – Teil 1

  1. Je nach Anzahl der Drucke wird Steinpapier (460g) irgendwann wellig und unsauber! Habe mir nun eine neue Schablone aus Folie geschnitten. Es schneidet sich super, doch macht nur Sinn für den „Eigenbedarf“ oder Details. Farbe habe ich 2x50ml und noch weiß in einer größeren Flasche. Ich meine etwas mehr als 125ml sind nötig. 5x ist fertig! Kristina

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    1. Vielen Dank für Deine Antwort auf meine Frage zur wahrscheinlich benötigten Farbmenge! Dankeschön auch für Deine Rückmeldung zum Schablonenmaterial. Ich werde das also kritisch beobachten und mich darauf vorbereiten ggf. die Schablone zu erneuern. Liebe Grüße!

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  2. Das ist wunderbar, dass du deine Erfahrungen teilst und so detailiert beschreibst.
    Ja, eine so große Schablone aus Papier ist sicher unpraktisch und kaum zu handhaben. Ich habe eine Im Format DIN A3 aus Tyvek geschnitten, sehr fein, und die wellte sich nach zwei Drucken auch sehr, so dass sie immer zwischendurch trocknen musste.
    Und ja, die Rolle schluckt viel Farbe, gibt sie aber auch wieder ab, wenn man sie am Ende des Druckens leicht einsprüht und immer weiter druckt… dabei entstehen schöne zarte Drucke, meist die schönsten.
    Schön, sich an solche Herausforderungen zu begeben, oder?
    Ich wünsche weiterhin frohes Drucken und schicke liebe Grüße
    Michaela

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    1. Dankeschön! Das Einsprühen werde ich ausprobieren, das ist ein interessanter Tipp! Ich habe mit diesem Projekt ganz viel gelernt, dafür habe ich mich auch an diese Herausforderung gewagt! Liebe Grüße!

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  3. Dein wunderschöner Stoff ist am Samstag bei mir angekommen und ich habe ganz tapfer bis zum Sonntag mit dem Auspacken gewartet. Im Mond-Kalender fängt die Woche ja mit einem Sonntag an :) .
    Vielen, vielen Dank, ich bin ganz hin und weg und warte gespannt auf Deinen zweiten Teil zum Druck.
    Ich werde morgen Experimente zum Drucken mit Laminier-Folie machen, wenn man sie ohne was dazwischen zusammenschmilzt, könnte das eine stabile Plastikschablone geben, falls das Skalpell dann noch da hindurch kommt. Ansonsten nehme ich sie einlagig und schaue mal, was passiert. Ich werde berichten…
    Ganz liebe Grüße, Stefanie

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    1. Oh, dankeschön! Ich hatte der Post etwas Extra-Zeit zugestanden, die hat sie aber dann wohl gar nicht gebraucht! Es freut mich sehr, dass Dir der Stoff gefällt. Ich bin schon sehr neugierig auf Dein Werk und auch die der anderen Teilnehmerinnen unserer Gruppe! Liebe Grüße!

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  4. Bei der Frühlingspostaktion bin ich aus Gründen nicht dabei, falls ich jedoch irgendwann mal Schablonendruck mache, komme ich gerne auf Deine Erfahren zurück.
    Das Rezept für den Maisstärkekleister habe ich im Beitrag über meine Stoffspielerei mit Draht und Stoff ergänzt. Im Prinzip koche ich den Kleister genau wie Pudding: 500 ml Wasser, 40 g Speisestärke.
    viele Grüße Margot

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    1. Dankeschön! Ich freue mich, dass meine Erfahrungen für Dich interessant sind. Wenn Fragen sind, schreib gerne. Danke auch für das Rezept zum Maisstärkekleber – bei so kleinen Dingen ist meist sehr praktisch, wenn man weiß wie es geht. Liebe Grüße!

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Ich bin neugierig auf Deinen Kommentar :-) Bitte hab Verständnis, dass ich Kommentare zuerst lese und dann freischalte. Danke!

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