Aus dem Stoffelager geplaudert Resümee 2019

Nach den ersten Turbulenzen des neuen Jahres 2020 möchte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, Euch über meine Erkenntnisse des Stoffelagerabbaus in 2019 zu berichten. Ich finde es sehr angenehm, dass Frau Küstensocke ihre Initiative auch in diesem Jahr mit uns teilt und wir uns gegenseitig inspirieren können.

2019 war wieder ein buntes Näh-Jahr. Aus meinem Bestand habe ich viele schöne Stoffe vernäht.

Wenn ich meine Bloghistorie richtig durchforstet habe, begann ich 2017 mit den konkreten Bemühungen, mein Stoffelager zu reduzieren. Um mich nicht unter Druck zu setzen, habe ich das erste Jahr die Stoffelagerabbau-Bemühungen erst mal nur mit den Zahlen des Stoffverbrauchs getrackt. Ich habe eine Tabelle angelegt, in der ich alle Nähprojekte mit ihrem Verbrauch erfasst und ermittelt habe, wieviel Bestandsstoff (=länger als 6 Monate in meinem Stoffelager) in meinen Nähprojekten vernäht wurde. Daraus habe ich dann eine Bestandsverarbeitungsquote ermittelt. Meine Aufzeichnungen sagen:

2017
57%

2018
53%

2019
63%

Sieht ja doch gar nicht so schlecht aus. Ich empfand diese Quote als einen „schonenderen“ Indikator, der mir positiv meine Erfolge zeigt und vielleicht nicht so dramatisch das Ausmaß meines Stoffelagers vor Augen führt. Mittlerweile bin ich aber bereit, den absoluten Zahlen ins Auge zu sehen und habe 2019 auch die Stoffkäufe in meiner Tabelle mit erfasst. Es zeigt sich, dass ich meinen absoluten Bestand um 40 Meter reduziert habe. Leider sind die Schrankfächer noch nicht leer..

Da ich auch sehr vieles für meine Kinder schneidere und nähe, kommt eine absolute Null-Diät nicht in Frage, denn sie sollen die Folgen meiner Stoffelagerabbau-Bemühungen nicht so dolle tragen müssen. Deshalb habe ich mir in meiner Tabelle in regelmäßigen Abständen angeschaut, welche Stoffkäufe nicht zeitnah angeschnitten wurden, um ggf. ein „Muster“ zu erkennen. Zum einen sind es Stoffe für Taschen. Aus irgendeinem Grund mag ich mich nicht so gern daran setzen. Zum anderen sind es ;-) gemusterte Stoffe für mich, die irgendwie nicht vernäht wurden, weil dann doch nicht die Zeit und der wirkliche Bedarf da war, die angedachten Projekte für mich zu nähen. Diese Stoffe sollten etwas abgetragene Kleider ersetzen – aber wie das manchmal so ist, dachte ich mir, ach, diesen Sommer geht das „alte“ Kleid doch noch mal. Ich mag die Muster und werde die Stoffe bestimmt vernähen. Aber noch ist es nicht geschehen. Deshalb gilt seit dem Herbst 2019 und weiterhin auf der Eingangsseite des Stoffelagers: „Null-Diät für gemusterte Stoffe für mich“.

Auch auf der Eingangsseite des Stoffelagers verfolge ich weiterhin die Taktik möglichst „keine neuen Reste“ entstehen zu lassen. Ich möchte versuchen, durch geschickte Schnittgestaltung und Ergänzung mit passenden Stoffresten mit dem geringstmöglichen Stoffneukauf auszukommen.

Um den Stoffelagerabbau auf der Ausgangsseite anzukurbeln habe ich bisher verschiedene Taktiken ausprobiert.

Als ich noch aus dem ganz „Vollen“ schöpfen konnte, habe ich mir mit dem Ziel eine „Kollektion zu nähen“ im Spring Style 2017 aus meinem Stoffelager einiges zusammen gesucht und schlappe 13 Meter für meine Sommergarderobe vernäht. Auch für den Spring Style 2019 habe ich einige Stoffe aus dem Stoffelager vernäht.
Fazit: erfolgreich, wenn passende Stoffe im Stoffelager

Eine zweite Überlegung war „Einfach losnähen“ – ich nehme mir regelmäßig ein Stück Stoff und nähe etwas daraus ohne zu überlegen, ob ich den Stoff später für etwas anderes, besseres brauchen könnte und lieber aufbewahren sollte. Das hat zu einigen Unterhemden und Shirts geführt, die ich aber nicht so gerne mag.
Fazit: für mich nicht so empfehlenswert.

Eine weitere Überlegung für 2018 war „Jeden Monat ein besonderer Bestandstoff“ – ich widme mich jeden Monat einem gut abgelagerten Stoff und nähe etwas daraus. Hat damals leider nicht funktioniert, weil die Stoffe nicht zu meinem „Kleidungskonzept“ passten und mir ein erprobter Grundschnitt fehlte. Den habe ich mittlerweile erstellt und ich überlege, wie ich mich für Webstoffkleider oder Blusen motiviere.
Fazit: für mich ausbaufähig, am besten in Verbindung mit „Kollektion nähen“

Auch habe ich das Nähen von Wohn- und Haushaltstextilien probiert. Ich habe mir Patchwork-Decken vorgenommen und einige Stoffe als Handtücher und Faux-Chenille-Badmatten vernäht. Faux Chenille fand ich sehr spannend und ich habe inzwischen 7 Badmatten mit dieser Technik gefertigt. Nun ist der praktische Bedarf gedeckt und die „Produktion“ stockt.
Fazit: wohl nur „bedarfsgetrieben“ für mich erfolgsversprechend

Für 2020 möchte ich mir wieder das „Kollektion nähen“ als Taktik zurecht legen und einige der Webstoffe vernähen. Außerdem möchte ich mehr Techniken der „Stoffverschönerung“ anwenden: Stickereien vielleicht oder Reverse Applikationen wie bei meinem Weihnachtskleid 2019.

Ich wünsche uns allen viel Motivation und Energie für unsere Vorhaben!

2 Kommentare zu „Aus dem Stoffelager geplaudert Resümee 2019

  1. Sooo spannend Dein Post und der Vergleich der verschiedenen Strategien. Ich drücke die Daumen für gutes Gelingen und denke mit Deiner gründlichen Analyse hast Du die beste Basis für künftige Erfolge geschaffen. Deine Badematten finde ich einsame Spitze ich hoffe, dass ich Gelegenheit finde das auch mal umzusetzen. Bei mir daheim ist inzwischen der praktische Bedarf an Patchworkdecken gedeckt, da weiss ich auch noch nicht, wie ich die noch vorhandenen SToffe gut verwenden soll… Ich drücke uns die Daumen für gutes Gelingen und Ziele erreichen! Liebe Grüße und wirklich schön, dass Du weiter dabei bleibst. Kuestensocke

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  2. Dankeschön! Ich bin sehr gerne dabei. Und dann werde ich doch noch mal einen Post zu den Faux-Chenille-Badmatten vorbereiten, um alle meine dazu gesammelten Erfahrungen zu berichten! Liebe Grüße!

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