Nähplausch 01.2019

Scheinbar hat mich die früh einsetzende Hitze im Sommer 2018 doch etwas ermattet ;-)  Kein Blog-Event hatte genug Sog, mich an die Tatstatur zu locken. Deshalb berichte ich heute mal schlaglichtartig, was im vergangenen Jahr so passierte.

Unglücklich

Es mag sein, dass ein Projekt, in das ich im Frühjahr viel Überlegung und Nähenergie gesteckt habe, im Endergebnis meine Motivation doch etwas geschmälert hat. Lange hatte für ich diesen schönen Viskosejersey einen Schnitt gesucht.

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Endlich hatte ich die Idee und auch die Muße, den Schnitt zu konstruieren.

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2 Probeshirts, 1 Optimierung der Drapierung.

Ein Probekleid später wagte ich den finalen Zuschnitt.

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Schön in der Drapierung. Ich finde sie gelungen. Ich mag die Farben. Ich habe mir auch sehr viel Mühe gegeben, den Schnitt vertikal und horizontal geschickt auf dem Muster zu platzieren. Doch in Gänze begeistert es mich nicht. Vielleicht ist das Muster zu viel und zu unruhig an mir?

Ich habe das Kleid nicht weitergearbeitet. Eventuell teile ich es und nähe ein Rockteil in dunkelolivgrün. (Den Stoff habe ich spontan schon mal gekauft.)

Plateau

Um meine Nähmotivation zu verbessern nähte ich Einfacheres, wofür ich keinen Schnitt brauchte. Schöne Farben und Prints sollten helfen, meine Nähmotivation wieder zu gewinnen.

  • Eine kuschlige Minky-Decke mit Steppfutter als Unterseite, eingefasst mit Schrägband.
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  • Ein Pashmina-großes Tuch für den Sommer aus Chiffon, gesäumt mit Rollsaum auf der Overlock

Und auch dem Recycling-Stapel bin ich zu Leibe grückt. Eine Jeanshose wurde zu einer großen Tasche, die ich mittlerweile sehr oft nutze. Besonders toll finde ich meine Idee ;- ) , die Hinterhosentaschen mit breiter Zugabe auszuschneiden und einfach aufzusteppen. Mit jeden Wäsche fransen die Kanten ein bisschen mehr aus. Sehr lässig.

Aufgearbeitet

Und ich arbeitete ein Kleid neu, bei dem sich die Ausschnittblende doch etwas suboptimal entwickelte. Es ist eine Variante dessen, worüber ich im Nähplausch November 2017 berichtete (Abschnitt „Gestaltet“). Auftrennen ist nicht meine liebste Tätigkeit, doch für dieses Kleid bin ich über meinen Schatten gesprungen. Ich hatte bei der ersten Zusammenstellung einen farblich super passenden Viskosejersey in meinen Stoffresten gefunden. Die Anprobe begeisterte.

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Leider hielt die Blende nicht was sie versprach und was sie sollte. Obwohl mit leichtem Zug angenäht wurde sie mit jeder Wäsche länger.

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Vorher: Blende aus Viskosejersey, vor längerer Zeit gekauft (ca. 2008), Elastan-Anteil unbekannt, Zuschnitt quer zur Wirkrichtung.

Die Suche nach einem anderen, farblich passenden Material war schwierig. Letzendlich wählte ich einen leichten Baumwolljersey mit 5% Elastan. Die zweite, hoffentlich entscheidende Änderung ist, dass ich die Blende längs der Wirkrichtung zuschnitt. Bisher bleibt alles in Form.

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Nachher: Blende aus leichtem Baumwolljersey, 5% Elastan, Zuschnitt längs der Wirkrichtung.

Aufwärts

Hauptsächlich nähte ich im Sommer viele Kindersachen und auch vier schnelle Sommerkleider nach bewährtem Schnitt. Irgendwann im November wurde ich wieder produktiver und schneiderte auch mal wieder was Neues für mich.

  • Ich probierte die Konstruktion einer „gezackt“ gerafften Vorder“partie“ nach einem Modell der Damenrundschau 7/8.2018 aus.
  • Und schneiderte ein paar Tage vor Weihnachten doch noch ein Weihnachtskleid. Mit Formblende am Ausschnitt. Auch eine Konstruktionsidee aus der Damenrundschau 7/8.2018.

Für die Formblende wählte ich einen Minipaillettenstoff. Obwohl ich den Paillettenstoff innen sorgfältig mit Jersey abgefüttert habe, ist der Rand ein wenig kratzig geblieben. Ich hatte dazu recherchiert und Hinweise zur Verarbeitung von Paillettenstoff mit größeren Pailletten gefunden, für die empfohlen wurde, sie einzeln an allen Nahtzugaben zu entfernen. Für den Halsausschnitt habe ich das sogar getan, was jedoch bei diesen ca. 2mm kleinen, felsenfest und überlappend aufgenähten Minipailletten eine Dreiviertelstunde gedauert hat. Falls jemand da Tipps zur Effizienzsteigerung hat würde ich mich darüber freuen!

Weitere Berichte und Neues werde ich an geeigneter Stelle und bei zukünftigen Plauschen einfließen lassen. Wünsche uns allen ein produktives Jahr 2019!

Bis bald!

5 Kommentare zu „Nähplausch 01.2019

  1. Was für ein interessanter überblick über Dein SChaffen! Immer wieder bin ich fasziniert wir Du Schnittdetails für Dich durch Eigenkonstruktion umsetzt. Ich bin sehr froh, dass mir STandardschnitte gut passen, fürs konstruieren bin ich nicht so richtig zu begeistern. Das blumige Kleid gefällt mir, ich stimme Dir zu, dass ein einfarbiger Rock die Gesamtwirkung etwas ruhiger erschienen lässt und damit das schöne Faltendetails am Ausschnitt vielleicht auch besser zur Geltung kommt. Ich vermute es ist eher ein sommerliches Kleid – sowas kann ich mir im Winter immer schlecht vorstellen ;-) Du wirst schon den richtigen Dreh finden! LG Kuestensocke

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    1. Danke :-) Ich habe im Moment vielleicht zu spezielle Vorstellungen für meine Kleidung, so dass ich da um die Konstruktion nicht umhin komme. Ich finde es aber auch sehr interessant und spannend.

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  2. Die gezackte Konstruktion würde ich ja gern mal angezogen sehen, wenn es fertig ist, sieht interessant aus! Genauso wie das Weihnachtskleid. Das Blendenkleid ist auch hübsch, da hat man wieder etwas dazugelernt. Na ja, unruhiges Muster und Drapierung passt halt nicht so ganz gut zusammen. Aber warum sollte dir das Muster nicht stehen? Ich finde es schön. Regina

    Gefällt 1 Person

    1. Danke :-) Ich werde an der gezackten Drapierung noch ein bisschen rumoptimieren. Ich habe an anderer Stelle eine leicht andere Variation der „Zackenlinien-Führung“ gesehen, das probiere ich noch aus, dann gibt es bestimmt ein Bild wie es angezogen aussieht ;-)

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