Aus dem Stoffelager geplaudert – Resümee 2018

Auch im vergangenen Jahr habe ich mich motiviert durch Frau Küstensocke intensiv mit meinem Stoffelager auseinandergesetzt. Zum Beginn des neuen Jahres ist nun ein Resümee angebracht.

Ein paar Zahlen

Zusammengefasst muss ich sagen, dass das Jahr 2018 mein Stoffelager noch nicht einschneidend dezimiert, zumindest aber um 57 Meter reduziert hat. Als Bestandsstoff gilt in meiner Berechnung alles, was länger als 6 Monate im Schrank lag oder aus „alten“ Kleidungsstücken ein Upcycling erfährt.

Wie die nachfolgend aus kleinen Stoff-Erinnerungsstücken nachgebaute Statistik zeigt, war die Verarbeitung von Bestandsstoffen in den einzelnen Monaten unterschiedlich hoch.

Der erste große Stoffabbau wurde im März durch den SpringStyleSewAlong und SewingbytheSea erreicht. Dabei verarbeitete ich ca. 7 Meter aus dem Bestand.

Im letzten Jahresdrittel (September und November) half ein Kaufschnittmuster den Stoffabbau zu voranzubringen. Damit habe ich mindestens 5 Sweatshirts für meine Tochter genäht. Da dieses Schnittmuster etwas mehr Stoff erforderte, als das Projekt, was ich zum Zeitpunkt des länger zurückliegenden Kaufes angedacht hatte, musste ich kreative Lösungen finden.

Der Stoff reichte nur für Vorder- und Rückenteil, da sich auch noch ein Materialfehler zeigte.

Das Stoffstück war ein halber Yard von Spoonflower, in der Breite fehlten 8 cm, ein vertikales Verschieben war bei der Stoffstücklänge nicht drin.

Um die andersfarbigen Raglanärmel etwas aufzupeppen, habe ich ein ca. 3 cm breiten Streifen in die Mitte des Ärmels eingesetzt.
Ich habe jeweils 2 cm breite Streifen vorn und hinten an den Raglanärmeln angesetzt, um die fehlenden 8cm Stoffbreite auszugleichen

10,5 Meter aus dem Stoffelager habe ich im vergangenen Jahr für Probemodelle für meine Konstruktionen vernäht. Allerdings ist dieses Potenzial nun erschöpft, denn zu stark dürfen die Stoffe vom später zu verwendenden Material nicht abweichen, sonst fehlt die Aussagekraft für die Bewertung der Konstruktion.

Insgesamt habe ich in 2018 etwas mehr als die Hälfte, genau sind es 53%, der verarbeiteten Stoffe aus meinem Stoffelager genommen. 2017 waren es 58%.

Was dahinter steckt und wie es weitergeht

Wie schon in den Jahren zuvor, habe ich auch im vergangenen Jahr lieber Jersey als Webware getragen und vernäht. Alltagstauglichkeit hatte ganz hohe Priorität. Reststücke von Lieblingsstoffen wurden Lieblingskleider. Aber irgendwann sind diese aufgebraucht.

Da Bedarf und mein mittlerweile sehr standardisiertes Kleidungskonzept seit dem Beginn der „Stoffdiät“ die Nähauswahl bestimmen, haben es einige Stoffe im Stoffelager nicht leichter. Anlasskleider wären für meine schönen Streichelstoffe eine gute Verwendung. Aber irgendwie kommen die Ideen dafür zu kurzfristig, als das ich sie noch umsetzen kann.

Anfang des letzten Jahres hatte ich mir deshalb einen schönen Plan ausgedacht. Jeden Monat wollte ich mir einen „älteren“ Stoff aus meinem Schrank nehmen und etwas daraus nähen. Endlich wollte ich den in meinem Stoffelager kuschelnden Stoffen Zeit und Aufmerksamkeit widmen, damit sie endlich zu ihrer Bestimmung finden. Ideen gab und gibt es. Hat jedoch leider nicht funktioniert. Anderes hat sich in den Vordergrund geschoben, so dass die tiefen Schichten des Stoffelagers nur kurz das Sonnenlicht erblickten, sich aber leider nicht auf den Weg in meinen Kleiderschrank begaben. Nun habe ich gesehen, dass Tweed&Greet für dieses Jahr eine Monats-Challenge #12ausdemStoffregal initiiert hat. Passt genau zu meinem Vorhaben. Vielleicht lasse ich mich inspirieren.

Insgesamt sehe ich mich weiter auf einem guten Weg zum „schlanken“ Stoffelager. Verführerische Schnäppchen verirren sich selten in meine Sichtweite. Meine Planungen und Käufe möchte ich noch strenger abstecken, so dass das Stoffelager nicht durch Projekte wächst, die zeitlich nicht umgesetzt werden konnten. Und so reihe ich mich frisch motiviert in die Bestandsaufnahme bei Frau Küstensocke ein und bleibe auch in 2019 mit dabei!


7 Gedanken zu “Aus dem Stoffelager geplaudert – Resümee 2018

  1. Oh wie schön wieder etwas von Dir zu lesen, habe Dich vermisst!
    Deine Statikstik mit den SToffstücken finde ich grandios – was für eine tolle Idee! Und so schöne Raglan-Shirts mit kreativen Ansätzen, klasse. Aus der Not eine Tugend machen – das trifft es hier ganz genau. Unerwartet schöne Ergebnisse habe ich zuweilen auch bei meinen Kleidern und Shirts erlebt, wenn es darum ging vorhandene Stück gut zu verwerten. Schön, dass Du auch in 2019 dabei bleibst! Und ich kann Dir zustimmen, es wird schwieriger die lang liegenden SToffe abzubauen, als die neueren …. jene die lang liegen, liegen dort aus dem Grund, dass man schon bisher keine Idee/Zeit/Muße hatte sich dem SToff zu widmen, je weniger anderer Ausweich-Bestandstoff zur Wahl steht umso größer das Problem. Ich denke jedoch, dass Du gute Lösungen finden wirst und freue mich auf Deine Projekte! LG Kuestensocke

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    1. Danke, Frau Küstensocke, für Deine lieben Worte. Ich habe mich sehr gefreut! Und so gerne wollte ich unmittelbar auf Deinem Blog kommentieren, aber die Technik lässt mich nicht. Nicht mal Anonym :-( Aus Gründen die sich mir nicht erschließen. Nun ich werde da dran bleiben und es weiter versuchen. Bis dahin hoffe ich, dass Du meine Rückmeldung hier liest: Ich finde Deine Nähleistung s u p e r! Du machst der Rolle der Initiatorin alle Ehre. Bei größeren Stoffmenge muss man echt lange durchhalten. Deine Zahlen begeistern und motivieren immer wieder. Und die helle Wolljacke ist ein großartig schöner Start ins neue Jahr! Liebe Grüße!

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    1. Danke! Ich habe letztes Jahr begonnen, diese Erinnerungsstücke bei jedem Zuschnitt zu machen. Jeweils 2 von jedem verarbeitetem Stoff. Ich habe den Eindruck, dann kann ich mich leichter von den kleineren Stoffresten trennen, die ich sonst immer auch noch aufgehoben habe, auch wenn sie nicht einmal für Projekte der Kinder reichten, die vielleicht mal was für ihre Puppen nähen wollen. Ich glaube, es funktioniert. Liebe Grüße!

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  2. Das ist ja eine schöne Erinnerung! Finde deine Statistik sehr beeindruckend und auch das kreative Stückeln.
    Ich habe auch so Stücke die sich nur für Anlasskleider eignen, und habe vor wenigstens zwei einfach so zu nähen, statt auf den Anlass zu warten. Mal sehen.

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