Aus dem Stoffelager geplaudert 8

Fast ein Jahr Stoffelager-Abbau-Bemühungen ist mittlerweile vergangen. Zeit für eine Bilanz, die ich bei der gemeinsamen Aktion von Frau Küstensocke mit einbringe. Ich hatte meine Ziele am Beginn als prinzipielle Vorhaben formuliert, da ich erst einmal hineinfühlen wollte, wie das so ist, mit einem „bestandsfokussierten“ Nähen. Nun, am Ende des Jahres stelle ich fest: es hat ganz gut funktioniert. Das zeigen Zahlen und Bilder. Ich denke, ich mache auch noch ein wenig weiter.

Ein paar Zahlen

Das allergrößte Vorhaben des Jahres war für mich „ganz viel aus dem Vorrat zu nähen“. Das hat über die Monate mal mehr mal weniger gut geklappt. In Summe kamen von den vernähten Stoffen 58 % aus dem Bestand. Mehr als die Hälfte. Für Kindersachen liegt die Quote noch höher – ich habe mich (fast) nicht von neuen tollen Motiven zum Kauf verleiten lassen.

Um den Bestandsabbau zu begünstigen, hatte ich mir vorgenommen, „nur einfarbige Kombistoffe zu kaufen“, vorrangig um Reste von so schönen Highlight-Stoffen zu verarbeiten. Solche habe ich z.B.  beim SpringStyleSewAlong verarbeitet.

Weiterhin wollte ich Stoffe nur kaufen, wenn sie sich für konkrete, zeitlich realisierbare Projekte nicht durch Stoffe aus dem Lager ersetzen lassen. Das ist mir gut gelungen, ich habe die Neukäufe im Laufe des Jahres zu 85% vernäht.

Die noch nicht vernähten, neu gekauften Stoffe wiegen den Bestandsabbau nicht auf. Im Endeffekt habe ich mein Stoffelager um 64 Meter verringert.

Und sonst so

Die Nähprojekte selbst habe ich gar nicht gezählt. Ich habe einige neue Lieblingsstücke genäht, bei denen Zeit und Stoff nun endlich gut zusammengefunden haben.

Rote Strickjacke (Feinstrick von Lillestoff, „Vintage-Jersey, rot“; 95%Baumwolle 5%Elastan; gekauft wahrscheinlich 2014)

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Seidenkleid (100% Seide; gekauft wahrscheinlich 2011)

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Jerseykleid mit einem Rest Bordürenjersey (95% Viskose 5%Elastan, ursprünglich gekauft wahrscheinlich 2010)

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Jacquardpullover (Romanit mit Wolle, Polyester, Elastan, gekauft wahrscheinlich 2012)

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Das bestandsfokussierte Nähen empfand ich schon als etwas zeitaufwendiger als sonst. Ich musste z.B. mehr Zeit aufbringen, um eine gute Platzierung der Schnittteile auf dem jeweiligen Reststück zu finden. Ab und an habe ich eine zusätzliche Teilungsnaht genäht. Auch nach guten Kombinationsmöglichkeiten suchte ich länger als bei einem komplett neuen Projekt.

Aus dem Bestand habe ich die Stoffe vernäht, die sich in mein derzeitiges Nähverhalten gut integrieren ließen. Ok, es war auch ein Stoff dabei, der bestimmt seit 9 Jahren hier sein durfte: er wurde ein Sapporo Coat.

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Einige Jerseys, die nicht mehr zu meinem bevorzugten Farben zählen, verwendete ich für Testmodelle. Wobei ich den rot-gemusterten dann doch wieder recht schön fand … (Bei diesen Testmodellen habe ich 2 verschiedene Gestaltungen der Teilungsnaht in der Taille, 3 verschiedene Abnäherführungn sowie die 2 verschiedene Gestaltungen der Ausschnittblende ausprobiert)

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Einige Meter haben über Stofftauschtische neue Besitzerinnen gefunden.

Weitere Stoffe, die im Moment nicht so ganz zu meinem Kleidungskonzept passen, sind noch liegen geblieben. Ich hatte den einen oder anderen Stoff bereits mal in den Plaudereien aus dem Stoffelager erwähnt.

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Immer dadurch zu „scrollen“ und auf eine Inspiration zu warten, führt irgendwie nicht zum Ziel. Vielleicht suche ich mir in diesem Jahr für jeden Monat einen der Stoffe aus, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht für das vernäht wurden, wofür ich sie gekauft habe. In dem Monat schenke diesem Stoff meine Aufmerksamkeit und versuche diesen zu verarbeiten.

Vielleicht hat auch Frau Küstensocke weitere Tipps und Anregungen parat. Großes Dankeschön an sie für die tolle Idee und Moderation dieser gemeinsamen Aktion. Ich bin gespannt auf die Weiterführung.

Bis bald!

 

7 Kommentare zu „Aus dem Stoffelager geplaudert 8

  1. Wow, ich gratuliere Dir zum tollen Ergebnis! Ein wunderbarer Post, der auch einige Meiner Gedanken spiegelt. Im BEstand zu wühlen und das Projekt an den Bestand anzupassen dauert länger als alles neu kaufen bringt aber auch ungeahnte Möglichkeiten und neue Kombis, z.B. bei meinen Kleidern im Colorblocking. Die Stoffe die nun noch auf Lager sind, sind teilweise echte Stiefkinder – und ich bin noch niht schlüssig wie ich einen sinnvolle Verwendung finden. Daher gefällt mir Deine Überlegung jeden Monat einen „Problemstoff“ zu wählen sehr gut. Schön, dass Du weiter dabe bist! LG Kuestensocke

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  2. Gratulation, Ziel erreicht! 64 Meter minus, wenn das nichts ist. Das Seidenkleid ist klasse. Den Bestand zu überprüfen ist sicher eine gute Option, die ich mir merken sollte.
    LG Mirella

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