Nähplausch Dezember

In diesen vollgepackten Dezembertagen habe ich es erst jetzt wieder zum Blog und zum Nähplausch geschafft. Kurz zusammengefasst reichen meine nähbezogenen Erlebnisse des vergangenen Monats vom Kölner Nähbloggerinnentreffen, den dort gewonnenen Erkenntnissen zur Passform, die verarbeitet werden wollten, über mehrere Weihnachtsgeschenke, die genäht werden sollten bis hin zur Entscheidung, dass mir dieses Jahr keine Zeit für ein neues Weihnachtskleid mehr bleibt.

Zum Nähbloggerinnentreffen ist mittlerweile schon einiges geschrieben worden. Es hat mich gefreut, so viele Nähbloggerinnen wiederzusehen und persönlich kennenzulernen und so viele neue Dinge zu erfahren. Frau Küstensocke hat ganz tolle Fotos von mir gemacht. Leider habe ich die beste Gelegenheit des MeMadeMittwochs vorbeiziehen lassen, so dass ich nun auf eine passende neue Gelegenheit warte, um die Fotos gebührend zu präsentieren. Mit Frau MademitBlümchen plauderte ich über die Stoffspielereien und zumindest habe ich dieses Vorhaben geschafft und eine schon lange angedachte dreidimensionale Stoffspielerei ausprobiert.

Gelernt

Ein Gespräch auf dem Nähbloggerinnentreffen mit Maßschneider Sebastian Hoofs, der uns in einem Workshop zum Maßnehmen sehr viel Interessantes zeigte, offenbarte mir, dass ich vorgeneigte Schultern habe – ich hatte es schon vermutet, es war mir aber aus den Zeichnungen und Erläuterungen des Hofenbitzer Band 2 „Maßschnitte und Passform“ nicht so ganz klar geworden. Bei mir sah das Problem aus wie „Passformprobleme an Hals und Schulter (5)“ , irgendwie zu viel Material am hinteren oberen Ärmel und die Schulternaht zog nach hinten.

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Tatsächlich sollte es aber „Passformprobleme an Hals und Schulter (4)“ sein

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Manchmal ist der Blick des Experten halt doch sehr hilfreich. Ich habe es mir so erklärt, dass in meinem Schnitt der Schulterpunkt bei der Ärmelkonstruktion nicht auf der tatsächlich höchsten Stelle saß und deshalb die Stoffverteilung ungünstig war. Nun da ich es weiß, muss ich alle meine Schnitte ändern. Nachdem ich die mentale Hürde des in Gedanken riesig erscheinenden Aufwandes der Schnittanpassung nach 1-2 Wochen überwunden hatte und die erste Änderung mit zugehöriger Ärmelkonstruktion zu meiner großen Zufriedenheit vorgenommen habe, bin ich versöhnt.

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Die Schulternaht tendiert nicht mehr nach hinten und die Weitenverteilung im oberen Ärmel ist besser. Mittlerweile habe ich auch schon einen Grundschnitt entsprechend angepasst und muss sukzessive die „Modellschnitte“ korrigieren, wenn ich diese nochmals nähen würde. Grrh.

Genäht

Genäht habe ich im Dezember diverse Kinder-Shirts unter anderem als Weihnachtsgeschenke. Anzumerken ist, dass die vier Weltraumshirts (für 2×2 Geschwister) sich im Ärmelblau und in der Rückenteilfarbe unterscheiden!

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Und Tea Towels habe ich genäht, zu deutsch schlicht Geschirrtücher – eine Idee, die ich bei Spoonflower entdeckte und wo ich dann auch entsprechendes Material bestellt hatte.

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Die Umsetzung war nicht so erfreulich. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich der Druck so stark auswäscht. Auch war das Material (Linen Cotton Canvas Ultra, 55% Leinen, 45% Baumwolle) für mein Dafürhalten recht widerspenstig. Andauernd habe ich mich mit einer Stecknadel gepiekt. Beim Bügeln färbte der Druck auf das Bügeleisen ab. Sehr unangenehm. Letztendlich habe ich die Säume ohne Bügeln gesteckt – und das, obwohl ich eine ganz klare Anhängerin der Meinung „gut gebügelt ist halb genäht“ bin.

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Nach einigen Wäschen ist der Stoff recht annehmbar und hat einen netten Wash-Out-Effekt an den Nähten wie Jeans. Aber wie das halt so ist mit den Erwartungen – wenn man es anders erwartet, dann braucht es erstmal etwas bis man sich damit arrangiert und vielleicht auch angefreundet hat. Als Geschirrtuch nutze ich die, die ich nicht verschenkt und für mich behalten habe, jedoch nicht sondern als eher als dekorativen Blickfang oder als Platzset auf dem Tisch.

Geplant

Als Weihnachtskleid hatte ich mir im November schon einen schönen Stoff aus meinem Stoffelager herausgesucht.

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Und die Thematik der vorgeneigten Schulter wäre beim geplanten Schnitt mit Schulterpasse auch gar nicht zum Tragen gekommen. Allein die Zeit …

Gut, dass andere beim Weihnachtskleid-Sew-Along 2017 ein anderes Zeitmanagement hatten und mitteilungsfreudiger waren. Bei Frau Kleidermanie und dem Büro für schöne Dinge habe ich den französischen Schnittmusteranbieter dpstudio entdeckt. Davon will ich nächstes Jahr unbedingt ein oder zwei Schnitte ausprobieren. Ich habe schon die Maßtabelle von dpstudio geprüft, die Schnitte werden mir ohne Änderung wohl nicht passen, aber ich kann es ja mal wieder auf mich nehmen. Meine Kandidaten: die Bluse Le 604 und das Kleid Le 906. Vielleicht passt die Hose Le 302 auch ohne Anpassung.

Und nun wünsche ich schon mal einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr 2018! Bis bald! Wir lesen uns ;-)

 

Ein Kommentar zu „Nähplausch Dezember

  1. Was für ein interessanter Post! Mir schwirrt der Kopf von den beschriebenen Anpassungen bei Schulterlinie… meine Hochachtung für die Mühe, die Du so erfolgreich in die Anpassung der Schnittmuster steckst. ich klopfe dreimal auf Holz, dass die Standardschnitte von Vouge ohne große Anpassungsrunden bei mir sitzen. Die Bilanz zur Stoffdiät poste ich nächste Woche. Bin gespannt wie es final bei Dir ausschaut, Du hast ja wirklich viel geschafft. LG und ein gutes neues Jahr 2018! Kuestensocke

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