Aus dem Stoffelager geplaudert 5

In diesem Mai und Juni hat es einige erfreuliche Abgänge aus meinem Stoffelager und Zugänge im Kleiderschrank gegeben. Ich beginne meinen Bericht ;-) damit, wie ich einige meiner Reststücke von Lieblingstoffen verarbeitet habe, zeige ein wenig Statistik und schreibe dann noch etwas zu meinen Taktiken, um den Stoffekaufimpuls in die richtige Richtung zu lenken.

Endlich! Geliebte Reste verarbeitet

Ich habe / hatte einige Stoffreststücke, die ich seit Jahren immer wieder hin und her sortiere / sortierte. Viel zu schön zum Wegwerfen, aber mit ca. 40-50 cm halber Stoffbreite zu klein für ein Kleid, Shirt … Endlich habe ich mich ihrer angenommen.

Zeit zur Umsetzung bot mir Sewing by the Sea (Hier sind nun die Kleider, die ich noch zeigen „muss“ ;-))

Ideal für kleinere und schmale Stofflängen sind Schnitte mit Teilungsnähten.

1) Ein solcher ist der Jerseykleidschnitt, den ich in mehrfacher Ausführung dieses Frühjahr beim Spring Style Sew Along genäht habe. Bei diesem Schnitt habe ich den Brustabnäher aufgeteilt wie bei einem Fächer in den Ausschnitt verlegt und dann zusammengerafft.

Durch die Verlegung des Brustabnähers in den Ausschnitt wird die benötigte Stofflänge für das obere Vorderteil etwas geringer als bei einer allgemein üblichen Brustabnäherlage. Ok, sind „nur“ so 5-6 cm, aber bei meinen Reststücken war das für mich relevant. Genau das gleiche müsste auch bei einem Wasserfallausschnitt zutreffen.

2) Mittels gerafftem Ausschnitt habe ich auch diesen Bordürenstoff, bei dem ich nur noch ca. 40cm und keinen vollständigen Rapport mehr hatte, verarbeiten können.

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Eins meiner Lieblingskleider ist entstanden.

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3) Und dann hatte ich noch einen ca. 30cm breiten Streifen dieses tollen Viskosejerseys. Obige Methode war dafür nicht anwendbar.

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Ich habe immer wieder überlegt, was ich damit machen könnte. Das Tunikakleid aus Burda 04/2017 brachte mir die Idee. Ich hatte es bei piek&fein gesehen und auch eine Frage beantwortet bekommen – ich wollte erkunden, ob ich den Burda-Schnitt für mich anpassen könnte. Jedoch hatte ich ein anderes Material nun vor mir und so gestaltete ich meinen Jerseykleid-Grundschnitt mit dieser / einer ähnlichen Linienführung.

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Der Motiveinsatz ist relativ schmal. Deshalb habe ich eine weitere Teilungsnaht gezogen, die den Brustabnäher aufnimmt.

Um auch noch Reste schwarzen Viskosejerseys zu verarbeiten, habe ich das Rockteil längs geteilt und genäht. Und dass Schwarz leider nicht immer gleich Schwarz ist und leichte Farbunterschiede sichtbar sind, sieht man auf dem Foto der Rückansicht. Nun ja, nicht schlimm. Das Vorderteil entscheidet. Das uni Grün (auch ein Reststück) macht das Ganze noch spannender, oder?

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4) Ein weiteres „Schätzchen“ in meinem Stoffelager war ein Baumwolljersey in der Farbe Marsala, den ich mir zugelegt hatte, als Marsala die „Farbe des Jahres“ war. Nicht immer passen die auserkorenen Farben des Jahres zu Jedem, obwohl die Promotoren anderes verlauten lassen. Was tun? Ich entdeckte eine interessante Farbkombination mit Nachtblau. Das war jetzt mein Plan. Marsala als Rockteil und dazu mein Lieblings-Blaulila, von dem ich auch diverse Reststücke hatte.

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Entstanden ist auch dieses Kleid bei Sewing-by-the-Sea und bekam dort auf spontane Assoziation von Frau Sonnenburg den Namen Star-Trek-Kleid.

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Und vielleicht werde ich auch noch die im obigen Foto aufgestreuten kleinen Perlen in geeigneter Weise aufnähen, das würde die Inspiration doch dann in Gänze wiedergeben!

Geschafft! Ein Fach ist (fast) leer

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…. nur dieser eine wartet noch auf Inspiration, doch die Ideen sind nah! ;-)

Im Mai dank Sewing by the Sea aus dem Bestand vernäht: 18,05 Meter.

Im Juni aus dem Bestand vernäht: 7,3 Meter.

Jedoch habe ich auch wieder Stoffe gekauft – ich habe meine Kleidungsvorliebe gegenüber meiner Planung geändert und trage diesen Sommer lieber Baumwolljersey– als Baumwollsatin-Kleider. So musste ich doch „nach“kaufen, denn irgendwie gab es keinen gemusterten Baumwolljersey in Kleiderlänge in meinem Stoffelager mehr ….

Neu! Anders Stoffe kaufen

Ich gestehe, ich kaufe Stoffe häufig online. Zu selten komme ich in die Stadt und wenn dann habe ich zu wenig Muße, in hiesigen Stoffläden zu stöbern. Mein allererster Lieblingsstoffladen ist viel zu weit weg, der dazugehörige Onlineshop hat nur einen Bruchteil des Angebots, das ich vielleicht einmal alle zwei Jahre direkt in Augenschein nehmen kann. Mein zweiter Lieblingstoffladen vor Ort hat leider vor fast 2 Jahren geschlossen.

Eine Taktik, die ich mir in diesem Jahr überlegt habe, ist die „gezielte Planung“ meiner Garderobe, um dann zielgerichtet Stoffe zu suchen. Das Stoffeangebot ist mittlerweile so groß und vielfältig, dass man nicht mehr so stark „angebotsgetrieben“ wie vielleicht noch vor 10 Jahren nähen muss.

Wenn doch der Fall eintritt, dass ich einen Stoff sehe, den ich glaube, unbedingt haben zu müssen, möchte ich eine Nacht drüber schlafen. Wenn ich dann aufwache und immer noch denke, den muss ich haben oder ich tagelang danach noch darüber nachdenke, dann entschließe ich mich zu kaufen. Und manchmal komme ich dann doch nicht in die Stadt …

Um von Stoffen zu träumen, schaue ich mittlerweile gern bei Spoonflower, einem Print-on-Demand für Stoffe. So viele tolle Designs und es sind verschiedene Stoffqualitäten möglich. Und das allerbeste: es besteht keine Notwendigkeit sofort zu kaufen, weil sonst vielleicht das schöne Stöffchen von anderen weggeschnappt wird. Ich kann die soooo schööönen Designs als Favoriten speichern und mir anschauen, wann ich will. Und erst dann kaufen, wenn ich einen solchen Stoff tatsächlich verarbeiten will und zeitlich kann. Es ist nicht billig, ok. Aber gegengerechnet zu den Ausgaben, die im Stoffebestand stecken, weil ich gekauft habe und dann doch die Zeit fürs Nähen fehlte …

So, genug geträumt, mal sehen welche Ideen die anderen bei der Stoffdiät angeregt von Frau Küstensocke so haben!

Bis demnächst!

 

 

 


Ein Gedanke zu “Aus dem Stoffelager geplaudert 5

  1. Wie schön, dass Du die Jerseyreste gut verwendet hast. Ich habe inzwischen ja auch einige Kleider im Restemodus, ohne, dass es nach Resten ausschaut (das finde ich ganz wichtig) Dein Star Trek Kleid gefällt mir ganz besonders gut, schöne Farben und die insgesamt kommt es sehr clean und elegant rüber. LG Kuestensocke

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