Stilphilosophie Teil 1

Art und Stil startete eine Blogserie zum Buch „Frauen und Kleider. Was wir tragen, was wir sind“. Klingt spannend, habe ich mir angeschaut und drüber nachgedacht. Nach langer Zeit hat diese Idee die Theoretikerin wieder in mir wach gerufen und ich habe mich langsam schleichend dem Thema angenähert.

Nicole von Art und Stil schreibt, es sei ein Buch „[ü]ber Frauen, ihre Kleidung, ihren Stil, warum sie tragen was sie tragen und wie es dazu gekommen ist. In einer zauberhaft launigen, unterhaltsamen, leichtfüssigen und durch und durch liebenswürdigen Art. Garniert mit vielen Anekdoten.“

Der Verlag hat eine Leseprobe online und da habe ich schon mal durch die Fragen gescannt. Rezensionen verlauten positiv und versprechen innovative und interessante Lektüre.

Aber wie das so ist, einmal wissenschaftliche Skepsis auf die harte Tour gelernt – für immer ein Nerd: ich habe mir die englische Ausgabe bestellt :-) „Women in Clothes: Why We Wear What We Wear“ Ob Skepsis hier in diesem Falle nötig ist, ist fraglich, wahrscheinlich ist sie es nicht. Aber für mich ist es Teil des Spaßes an der theoretischen Auseinandersetzung.

Mittlerweile halte ich den „Wälzer“ in meinen Händen. 514 Seiten, kleinste Schriftgröße, die man wohl noch als lesbar einstufen kann. Interessante Ideen, z.B. wird in kleinen Transkripten wiedergegeben, wie andere Frauen auf Komplimente reagieren. Z.B. ein Interview mit einer Frau, die Kleider nach „nur“ einem Design in verschiedensten Stoffen in ihrem Schrank hat und diesen Schnitt immer wieder nachschneidern lässt. Eine unglaubliche Fülle an Sichtweisen, Anregungen, Denkanstößen.

Also, dann mache ich mal mit:

Welche Unterhaltung über Mode oder Stil hat Dich verändert?

Ich glaube nicht, dass eine Unterhaltung über Mode und Stil einen als Person verändern kann. Ich denke aber, das Unterhaltungen meine Art, mich zu kleiden, verändert haben. In diesen Unterhaltungen, die mir jetzt einfallen, ging es zudem auch nicht um Mode und den Stil, sondern um Aspekte von Kleidung, namentlich Kleidern.

Einmal ging es um rein praktische Überlegungen. Zu einer Zeit in der ich nur Hosen trug, erzählte mir die Inhaberin meines damals bevorzugten Stoffladens, wie praktisch doch Kleider seien. Im Winter zieht man Stiefel dazu an und braucht sich keine Gedanken um schnee- und regennasse Hosenbeine machen. Im Sommer braucht man zu Kleidern im Idealfall nicht mal Strumpfhosen (ja, ich weiß, da gibt es ganz anders lautende „Stil“regeln).

Das zweite Gesprächsdetail entsprang einer Unterhaltung mit der Inhaberin eines kleinen Ateliers als ich mein Hochzeitskleid kaufte. Sie sprach von der Enge, die eine Hose der Körpermitte beschert. Zugegeben, zuerst klang das für mich etwas esoterisch. Aber ich trage mittlerweile nur noch Kleider und ich muss sagen, ich atme wirklich freier und fühle mich nicht mehr eingeengt. Insofern könnte ich doch fast sagen, diese Unterhaltung hat mich verändert, da sie in ihrer Konsequenz meine Körperwahrnehmung geändert hat.

Mit wem redest Du über Kleider?

Spontan hätte ich gesagt, ich rede wenig über Kleidung. Doch nun mit etwas Nachdenken: ich rede über Kleidung im Stoffgeschäft und mit Freundinnen und auch Bekannten, denn zugegebenermaßen bin ich im Kleid oft eine von wenigen.

Glaubst du, du hast Geschmack oder Stil? Was ist dir wichtiger? Was verstehst Du darunter?

Über Geschmack lässt sich streiten.

Stil ist für mich zum einen mein Stil, sozusagen als kennzeichnendes Merkmal. Stil zum anderen in der Bedeutung das jemand generell „Stil hat“, verbinde ich mit dem Begriff der Eleganz.

Wenn Du Dich nur mit Klamotten beschäftigen würdest, und man dich als Expertin nach deiner Stil-Philosophie fragen würde, was würdest du sagen?

Spontan würde ich antworten: Trage das, was zu Deinem Leben passt.

Zudem fällt mir ein Zitat von Tomas Maier, Bottega Veneta ein: „Die Schönheit des Alltäglichen sollte unermesslich sein“. Pragmatisch auf mich übesetzt heißt das: Jeder Tag kann ein schöner Tag sein. Deshalb trage ich Kleidung, die mir gefällt, achte auf Farben, Passform und Linienführung. Ich ziehe selten etwas an, weil es grade da ist. Wenn dann fühle ich mich unwohl. Deshalb ist/war das Einkaufen von Kleidung für mich so unendlich schwierig. Das meiste was ich trage, habe ich mir aus bestimmten Überlegungen selbst genäht.

So, nun lange genug herum philosophiert – ich bin gespannt, was andere auf die Fragen antworten!


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